___________________________![]() ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Kunststoffprodukte GmbH & Co.KG
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Kälte durch Grundwasser
Artikel veröffentlicht am 28.06.2008 im Traunsteiner Tagblatt und der Chiemgau-Zeitung
Siegsdorf - Die Firma Nowofol, weltweit führender Hersteller von Kunststofffolien für besondere Fälle, hat in einer kleinen Feierstunde dem Siegsdorfer Gemeinderat ihr neuestes Projekt, die Kältegewinnung zur Anlagenkühlung mittels Grundwasser vorgestellt.
Die Geschäftsführer Wolfgang Rasp und Robert Hodann stellten zu Beginn den fast vollzählig erschienenen Gemeinderäten ihren Betrieb vor und gingen auf die positive Entwicklung der Firma in Siegsdorf in den letzten drei Jahrzehnten ein. Danach ist Nowofol Weltmarktführer bei zwei speziellen Folienarten und produziert auf derzeit neun Anlagen ausschließlich Folien nach Bestellung, die von den Kunden dann zu verschiedenen Klebebändern, Aufreißstreifen oder Tragegriffen für Getränkeverpackungen und anderes weiter verarbeitet werden. Ein weiteres expandierendes Standbein sei die Herstellung von luftgefüllten Flachfolien zur Überdachung von Sportarenen, Schwimmbädern oder Erlebniswelten. Für diese Sparte zeichnet die Tochterfirma Nowoflon verantwortlich. Mit rund 135 Mitarbeitern werden derzeit jährlich etwa 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, im Jahr 2008 können dabei zirka fünf Millionen wieder in die Betriebsentwicklung investiert werden. Um den ständig steigenden Energiepreisen bei Öl und Strom entgegen zu wirken, war nach den Worten der Geschäftsführer dringend Handlungsbedarf geboten. Der Herstellungsprozess für die Folien erfordere mehrmaliges Aufheizen und Kühlen bestimmter Anlagenteile. Besonders die Kältegewinnung sei immer mehr von den ständig steigenden Strompreisen betroffen. Eine technisch aufwändige und in der Vorbereitung mit vielen Schwierigkeiten verbundene Grundwasserbohrung soll nun die Anlagenkühlung unterstützen, den Energieverbrauch senken und gleichzeitig die Umweltbilanz der Firma deutlich verbessern. Mit einer Gesamtinvestition von rund 900.000 Euro für die Brunnenkühlung und die technische Anbindung an die Produktionsanlagen sollen im Endausbau etwa 1,9 Millionen Kilowatt (KWh) Strom pro Jahr eingespart und damit mehr als 600 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden werden. Probephase im April angelaufen: Technischer Leiter Robert Pernath erläuterte umfassend die aufwändigen Vorbereitungen und die Schwierigkeiten beim Bau des Pumpbrunnens zur Entnahme und des Schluckbrunnens mit Horizontalbohrung zur Wiedereinbringung des auf maximal 20 Grad erwärmten Wassers in den vorhandenen Grundwasserfluss. Das Grundwasser werde im geschlossenen Kreislauf in das Betriebsgebäude gepumpt, wo ihm ein 1,4-Megawatt-Wärmetauscher die Kälteenergie entziehe und könne dann unberührt wieder in den Schluckbrunnen zurückfließen. Die Brunnen liegen auf einem Grundstück nördlich der Autobahn, das ursprünglich der Gemeinde Siegsdorf gehörte und mittlerweile von Nowofol zur künftigen Erweiterung der Betriebsanlagen erworben wurde. Seit dem 6. Mai läuft nun eine viel versprechende Probephase, die zur Genehmigung durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein führen soll. Die führenden Mitglieder des Betriebes trafen sich anschließend gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Kamm und den Gemeinderäten beim festlich geschmückten Brunnenschacht und wohnten der kirchlichen Segnung der Anlage durch Diakon Horst Seipel bei. Bei diesem Anlass lobte Siegsdorfs Bürgermeister Kamm die fruchtbare Zusammenarbeit des Betriebes mit der Gemeinde.
Franz Krammer
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